Donnerstag, 5. April 2018

 

Ein grünes Blatt


Ein Blatt aus sommerlichen Tagen, 
Ich nahm es so im Wandern mit, 
Auf dass es einst mir möge sagen, 
Wie laut die Nachtigall geschlagen, 
Wie grün der Wald, den ich durchschritt.

Theodor Storm

 

 

Warum ich das hier erwähne? Ich mag die Natur sehr, das fing im Kindesalter an. Tiere, Pflanzen - das fetzt. Wir wohnen hier so ländlich, dass wir Feldhasen und Rehe fast täglich sehen können. Im Nachbarort gab es über den Winter 2 Kranichpaare, im Garten haben wir den scheuen Kernbeißer zu Gast und ein Eichhörnchen ist neulich fast durch das offene Badezimmer hereingehuscht.

 

Durch den Kronprinzen ist mir dann aber ziemlich bewusst geworden, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, dass man mit viel Natur "konfrontiert" wird. Dadurch, dass es mich aber sehr interessiert, dürfen auch Mann und Kind an meinem Gekreische teilhaben, wenn die Kraniche (die, die dann doch nicht hier bleiben) über unser Haus ziehen.

 

Lange habe ich überlegt, wie man wohl andere Menschen, gerade Kinder, für die Natur begeistern kann. Dann erzählte mir die bessere Hälfte von Kronprinzens Patenonkel, dass in deren Ort in Hessen ein Waldpädagoge lebt, der Übernachtungsausflüge in die Natur anbietet und von Vorneherein sagt, dass die teilnehmenden Kinder bitte Klamotten mitbringen sollen, die anschließend entsorgt werden können. Das klingt doch mal nach einer Ansage. So durchforstete ich das Internet und stieß auf die Seite der Niedersächsischen Landesforsten.

Dort findet man eine Beschreibung zum Waldpädagogen-Zertifikat. Das Tolle daran ist, dass die Ausbildung bundesweit auf einem Niveau ist. So kam es, dass ich mich Ende 2017 dann tatsächlich um einen Fortbildungsplatz bewarb (jap, richtig gelesen, mit Motivationsschreiben und so ;-)  ) und diesen auch bekam. Das Ganze läuft jetzt über das Jahr verteilt und endet hoffentlich mit einer erfolgreich bestandenen Prüfung im Oktober... Das erste Fortbildungswochenende hatte ich bereits und es war großartig! Die anderen Teilnehmer ticken ja auch ziemlich ähnlich und es ist spannend, was beim nächsten Mal so gelehrt wird. Papa Kronprinz kümmerte sich perfekt in meiner Abwesenheit um Kind, Hund, Haus und so´n Krams. Falls es euch interessiert, was ich da so mache und werde (und anschließend keinen Waldkindergarten eröffne), kann das hier nachlesen.

 

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Freitag, 15. Dezember 2017

Hammer, Nagel, Adventskranz

 

Es ist fast der 3. Advent. Unfassbar. Spontan steht Weihnachten vor der Tür... Und jedes Jahr fordert mich unser Adventskranz heraus. Wir hatten auch schon mal die goldene Explosion auf dem Tisch ;-)

Nun suchte ich in diesem Jahr nach dem Außergewöhnlichen und stieß beim Floristen des Vertrauens auf eine schmucke Variante - für 75 €... Puh, das´n Wort. Aber Holz, Styroporkugeln und Moos, ohne jeglichen Schnickschnack, das muss doch auch selbst zu lösen sein.

 

Vor dem ersten Adventswochenende sammelte ich das erste Holz beim Spaziergang für die erste Idee und legte es zum Trocknen vor den Kamin. Styroporkugeln bestellte ich online, Moos und Hagebutten gibt es im Garten, Kerzen, Golddraht und Kerzenteller hatte ich bereits hier. Nun ging es an die Umsetzung. Die erste Idee mit dem ersten Holz (mehrere Birkenäste) war doof. Beim nächsten Spaziergang entdeckte ich einen amtlichen Eichenast. Zu Hause sägte ich ihn zurecht und legte ihn zum Trocknen vor den Kamin. Am darauffolgenden Abend schlug ich 4 x 6 cm lange Nägel in das Holz, gab etwas Heißkleber auf die Nägel und steckte die mit Moos, Golddraht und Hagebutten umwickelten Styroporkugeln auf die Nägel. Die Kugeln hatte ich vorher angepikst mit den Nägeln.

 

Ich finde unseren Adventsast aus heimischer Eiche ziemlich gelungen und freue mich, dass ich es selbst umsetzen konnte.

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Montag, 16. Oktober 2017

Landleben im Urlaub

 

Wie ihr schon bemerkt habt, sind wir ja gerne mal in den Bergen unterwegs. Im Mai waren wir im Schwarzwald, diesmal verschlug es uns ins schöne Allgäu. Vorab suchte ich eine Ferienwohnung bzw. eine Unterkunft mit mehreren Ferienwohnungen, denn diesmal waren Oma und Opa Kronprinz mit von der Partie. Außerdem muss sie hundefreundlich sein und für Kinder irgendwie auch ein bissle interessant. Wir wurden fündig!

 

Wir buchten auf dem Biohof Burger unsere Ferien. Die Wohnungen sind sehr gemütlich eingerichtet und sogar mit Kindersicherungen der Steckdosen ausgestattet. Der Hof bietet viel Abwechslung für die Zwerge  im Außenbereich und im hofeigenen Spielzimmer.

 

Es gibt einen Semmelservice und man kann Produkte vom Hof beziehen. Diese sind eher fleischlastig, da die Burgers eine kleine Mutterkuhherde haben. Spannend war bei unserem Aufenthalt, dass eine Kuh kurz vorher Drillinge gebar und diese 3 Stöpsel ziemlich jeckig durch den Stall hopsten. Den Kronprinzen juckte das nicht zu sehr, er dekorierte lieber die Hörner der hochtragenden Nachbarkuh...

 

Und wir kamen ja auch zum Wandern! Direkt um die Ferienwohnungen herum kann man toll spazieren gehen oder man fährt ein Stück mit dem Auto und hat auch schöne Touren zur Auswahl. Ich möchte euch hier nicht jeden Berg beschreiben, aber ein, zwei besondere Erlebnisse. Viele Tipps bekamen wir von unserer Vermieterin, die auch immer den Kronprinzen berücksichtigte, wenn es losgehen sollte.

 

Ziemlich nahe war die Hörnerbahn, die wir nutzen MUSSTEN, denn Wochen vor dem Urlaub schwärmten wir dem Kronprinzen vor, wie unfassbar cool Gondeln sind ;-).

 

Besonders beeindruckend stiefelte Sohni die Starzachklamm hoch. Vom Parkplatz bis zur Gastro, die den Einstieg in die Klamm markiert, ließ er sich noch in der Kraxe schaukeln, ab dem Passieren des Tores ging er alleine los. Wir wanderten also im Gänsemarsch und der kleine Mann kletterte über Wurzeln, Steine und Stufen, als täte er sonst nichts Anderes. Auf dem Rückweg schlief der Kronprinz allerdings mal ganz amtlich ein, so dass wir den Abend noch ausreichend miteinander verbringen konnten...

 

Neben schöner Natur mögen wir auch gutes Essen und des Gastdackels Frauchen empfahl uns DAS FETZWERK in Oberstdorf. Da gibt es Essen in Weckgläsern in cooler Atmosphäre.

 

Nun sind wir wieder zu Hause, aber die Tage berichte ich noch von dem Urlaub nach dem Urlaub, denn vom Süden zog es uns nochmal an die Ostseeküste auf den Darß :-)

 

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Sonnabend, 5. August 2017

Kanin und Co.

 

Oh, ein Wildkanin im Garten,

wie wir´s anstarrten.

 

Doch, o je, der Teckel im Haus -

macht der Kanin-Garaus?

 

Nein, so wird´s nicht geh´n.

Dazu müsste Hund das Kanin erspäh´n...

 

Doch die Nase funktioniert so gut,

wie unser neuer Maulwurf seh´n tut.

Wir vermuten, unser neuer Gastmaulwurf sucht den Weg in die Sandkiste, war aber bisher semi-erfolgreich. Da richtet unsere Flohfalle mehr an.

 

In puncto Gartengestaltung haben wir jetzt extrem flotten Golfklee mit einer natürlichen Hügelbeschaffenheit durch den neuen Master of Buddling.

 

Jetzt warten wir mal ab, was das neue Wildkanickel so als Garten- und Landschaftsbauer anbietet.

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Dienstag, 25. Juli 2017

Süßer Versuch

 

Kronprinzens Papa liebt Hollersirup als gewisses Etwas im Wasser. Meine liebe Schwiegermama versorgt uns seit jeher mit einem Vorrat, aber auch ich wollte es dieses Jahr mal versuchen, zumal wir in unserem Garten ausreichend Holunder stehen haben.

 

So begaben der Kronprinz und ich uns zur Holunderblütenernte in den Garten. Ich schnitt ab, Sohn sammelte alles im Küchensieb ein. Ich hatte im Internet ein Rezept ausgesucht und nahm anstelle des weißen Zuckers den Rohrohrzucker.

 

Die erste Ernte verschimmelte mir bescheuerterweise, weil ich irgendwie den Topf vergessen hatte... Also gingen der Kronprinz und ich nochmal in den Garten und beschnitten auch den hintersten Holunder, um genügend Material zu bekommen.

 

Die gleiche Prozedur von vorne, diesmal ohne Schimmel. Wir füllten alles ab nach dem Aufkochen, Auskochen, etc. und ich probierte. Sagen wir mal so, leckerer Hollersirup geht anders. Aber die Geschmäcker sind verschieden, also sagte ich erstmal nichts zu meinem Gatten.

 

Tage vergingen, die Pegel der Flascheninhalte änderten sich nicht. Seltsam, sonst geht das Zeug weg wie nix. Bis wir in der Küche standen und ich ganz beiläufig fragte, ob Papa Kronprinz schon probiert hätte. Ja, hatte er und auch er fand, dass es nix mit Hollersirup zu tun hatte. Allerdings wusste er nicht, wie er mir das hätte sagen sollen, ohne dass ich ihm eventuell den Hals umgedreht hätte.

 

Nun überlege ich, was man aus 3 Litern seltsamen Sirup machen kann.

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Sonnabend, 22. Juli 2017

Mama, ich geh´ matschen

 

Ja, darf ich vorstellen: unsere Matschecke in der Sandkiste.

 

Neulich war Kronprinzens Uropa hier und damit dem nicht langweilig wird, fiel mir spontan unser sperrmüllreifes Telefonregaldingsbumsteil ein, das umfunktioniert werden könnte.

 

Überlegt, Regal abgestaubt und Uropa sägte Aussparungen hinein. Ein paar Veränderungen an den Einlegeböden vorgenommen und schon konnten wir Schüsseln und Siebe einsetzen. Praktischerweise gibt es ganz in der Nähe der neuen Matschstelle einen Wasserhahn, der uns die Gartenbewässerung ermöglicht dank Brunnenwasser und nun auch die Matschküche versorgt.

 

Ein bissle Zubehör fehlt noch, damit richtig rumgesaut werden kann, aber die Grundidee steht und wird auch gut angenommen.

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Sonntag, 9. Juli 2017

Kronprinz ist Dorfkind

 

Liebes Landleben,

 

wir finden dich super. Natur, Vogelgezwitscher, Nachbarn, die man kennt und die auch ein Auge auf das Kind haben (und auch auf alle anderen lebensnotwendigen Dinge ;-)  ).

 

Wir haben einen großartigen, natürlich gehaltenen Garten, den wir für uns und den Kronprinzen toll gestaltet haben und gestalten. Hinterm Zaun fängt das Landschaftsschutzgebiet an, der Baggersee ist ganze 3 Gehminuten entfernt, durch unseren Garten flitzen Igel, hüpfen Eichhörnchen und die Amseln kratzen den Rindenmulch vom Beet.

 

Es war aber nicht immer rosig, denn zu Beginn unserer Zeit als kleine Familie fand ich das Landleben zwischendurch zum Kotzen. Denn alles, was positiv ist, war in dem Moment negativ. Wir haben hier kaum Einkaufsmöglichkeiten (die Bäckerei ist geschlossen seit Ende 2016, ein Bauernladen wurde Opfer eines Rosenkrieges) und alles muss meistens mit dem Auto gemacht werden. Unser Kronprinz ist aber ein ausgewiesener Schreihals im Auto (gewesen). So saßen wir hier mit einem Tragling, der Autofahren zum Schreien fand, inmitten der Natur... Im stürmischen Winter 14/15, was kann es Schöneres geben. Den Babymassage-Kurs (in 4 km Entfernung von uns) musste ich abbrechen, weil Sohni nur schrie, die Rückbildung (ebenfalls in 4 km Entfernung von uns) mit Kind brachte mich schon zum Schwitzen, allein weil ich wusste, dass wir mit dem Auto los müssen. Durch den Umstand, dass Kronprinz auch noch nach dem Rückbildungskurs schrie, lernte ich meine Rückbildungsmutti-Freundin kennen, die auf mich wartete (mit ihrem schlafenden Sohn in der Babyschale), bis ich nach Hause konnte. Immerhin etwas Großartiges :-) Übrigens treffen wir uns immer noch und unsere Jungs sind echt toll miteinander.

 

Seit einiger Zeit gibt es eine Neu-Mama in der Nachbarschaft. Auch ihr Sohn mag nicht im Auto mitfahren, auch er ist Tragling und auch ihr fällt die Decke auf den Kopf zwischendurch. Aber wir haben jetzt uns als "Leidensgenossinnen" gefunden, tauschen uns aus, treffen uns auf ein Käffchen und spazieren durch die Gegend.

 

Landleben ist toll, aber manchmal auch etwas umständlicher. Deswegen zieht es uns auch immer wieder in die Stadt zwischendurch und danach freue ich mich, dass ich wieder auf dem Dorf bin ;-)

 

Neulich waren wir zum Kinderzahnarzt in Hannover, danach sagt Sohni, er möchte noch nicht nach Hause, ich wollte auch nicht und so fuhren wir 2 Hübschen zum Mittagessen. Es geht dann oft ins "Zurück zum Glück" in der Nähe der Musikhochschule. Vor dem Umzug nach Ba-Wü wohnte ich dort in der Nähe.

 

Diese Gastro macht tolles Essen und ist kinderfreundlich mit Büchern und Duplo-Kiste ausgestattet. Zu Schwangerschaftszeiten habe ich mich über das Mami-Frühstück gefreut, da konnte man bedenkenlos unrohes Zeug futtern.

 

Um aber nochmal auf das Landleben zu kommen: wir lieben es. Man kennt sich, wir haben einen tollen, riesigen Garten mit vielen Wildkräuter-Ecken ;-), es gibt frische Eier von den Hühnern nebenan und der Kronprinz ruft nach uns, wenn er die Landmaschinen anrücken hört, damit wir mit ihm dorthin gehen und zuschauen können, was auf der landwirtschaftlichen Nutzfläche nebenan passiert. Wenn wir hier mit dem Laufrad und dem Hund starten, dann müssen wir eine einzige blöde Kurve passieren und dann kommt gaaaaaaaaaaaaaaanz lange nur gerade Strecke mit Wiesen, Weiden und Feldern links und rechts.

 

Während ich das hier schreibe, setzt sich die Nachtigall auf einen unserer alten Bäume und stimmt ihr Lied an. Der Hammer!

 

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